Europäische Konferenz über Gewalt an Frauen mit Behinderung

Am 28.1.2015 fand im Haus der EU die Europäische Konferenz zur Studie über den „Zugang von Frauen mit Behinderungen zu Opferschutz- und Unterstützungseinrichtungen bei Gewalterfahrungen“ statt.

Die Konferenz präsentierte die Ergebnisse eine Studie, die in Österreich, Deutschland, Island und Großbritannien durchgeführt wurde und Frauen mit Behinderung zu ihren Gewalterfahrungen befragt hat.

Das Ergebnis war, dass Frauen mit Behinderung ein 3-mal höheres Risiko haben, Opfer von Gewalt zu werden. Diese Gewalt kann die verschiedensten Formen annehmen und wurde von unterschiedlichen Täterkreisen ausgeübt. 34 % der Frauen mit Behinderung gaben an, schon einmal Opfer von Gewalt geworden zu sein, wohingegen die Zahl bei Frauen ohne Behinderung bei 19 % liegt. Auch beim Zugang zu Opferschutz- und Unterstützungseinrichtungen gibt es viele Probleme, da Gewalt an Frauen mit Behinderung oft als sozialer Umstand anstatt als Straftatbestand angesehen und dementsprechend behandelt wird. Opferschutz- und Unterstützungseinrichtungen sind zumeist entweder auf Frauen oder auf Menschen mit Behinderung spezialisiert, daher gibt es oft für Frauen mit Behinderung keine angepasste Beratung. Auch dieser Ausschluss von Hilfe ist eine Form der Gewalt weshalb es hier besonders wichtig ist Barrierefreiheit herzustellen um eine Wiederholung der Gewalterfahrung zu vermeiden.

Einige der genannten Verbesserungsvorschläge sind:

  • Frauen mit Behinderung in Führungspositionen einsetzen;
  • Umfassende bauliche und Kommunikative Barrierefreiheit;
  • Vermehrter Einsatz von Peer-Beratungen;
  • Ernst genommen werden wenn Anschuldigungen geäußert werden;
  • Sensibilisierung der BeraterInnen in Frauenschutzeinrichtungen;
  • Frauenbeauftragte in Beratungseinrichtungen, welche auch besonders geschult ist;
  • Frauen mit Behinderung aus Minderheiten mit einbeziehen, da sie ein zusätzlich erhöhtes Risiko haben, aber auch besseren Zugang zu Frauen aus ihrer Minderheit finden können;
  • Partnerschaften aufbauen, auch wenn kein Geld da ist, gemeinsam kann man Ressourcen schaffen;
  • Klare Definition von Gewalt;
  • Laufende Fortbildungen und Sensibilisierungen der BeraterInnen.

Alle Berichte und Ergebnisse der Studie sind unter: http://women-disabilities-violence.humanrights.at/ verfügbar.