Gehörlosenschulen oder Inklusion?!

Rechtzeitig zur Fotoaktion des ÖGLB #kinderhabenrechte, enthielt die Deutsche Gehörlosenzeitung (Ausgabe Dez. 2014, S17) einen Artikel um die Diskussion für oder gegen Gehörlosenschulen. Die Präsidentin des ÖGLB, Mag.a Helene Jarmer, sprach sich gegen die Aufrechterhaltung der Gehörlosenschulen aus. Es ist an der Zeit die Rechte gehörloser Kinder im österreichischen Bildungssystem umzusetzen. Nur wenn in der Muttersprache unterrichtet wird ist es möglich, Lerninhalte in vollem Umfang zu erfassen.

Deshalb fordert der ÖGLB, dass die Muttersprache gehörloser Kinder – ÖGS – auch im Bildungssystem anerkannt wird. Es bedarf einiger Änderungen um den Kindern eine barrierefreie Ausbildung zu ermöglichen, welche bestmöglich auf das Arbeitsleben vorbereitet.  

Die Inklusion gehörloser Kinder in „Regelschulen“ bringt auch Vorteile für hörende Kinder mit sich. Sie haben dadurch die Möglichkeit schon früh eine zweite Sprache zu lernen und erhalten Einblick in die Gehörlosenkultur. Auch die soziale Kompetenz aller Kinder wird durch doppelte Integration und größere Offenheit den Bedürfnissen anderer Mitschüler gegenüber gestärkt. Der ÖGLB steht hinter der Ansicht von Mag. Jarmer und fordert, dass gehörlose Kinder ausreichend Unterstützung im Regelunterricht erhalten bzw. in ihrer Muttersprache unterrichtet werden.