ÖGS als Unterrichtssprache

Die Fotoaktion des ÖGLB #kinderhabenrechte, welche seit Dezember 2014 läuft und immer noch andauert, hat viele Unterstützer gehörloser Menschen und Unterstützer der Gebärdensprache ans Licht gebracht. Wir möchten uns hiermit bei all jenen bedanken, die sich mit uns, für die Rechte gehörloser Kinder stark machen. Es soll aber nicht vergessen werden, was ein Mitauslöser für die Aktion war.

Der Fall von Kristina und Isabella Köck in Kärnten. Die beiden gehörlosen Schülerinnen besuchen die Handelsschule in Villach und möchten die Abschlussprüfung nächstes Jahr in ihrer Muttersprache ablegen. Dies wurde vom Landesschulrat mit der Begründung verweigert, dass die Muttersprache Deutsch ist, was fälschlicherweise angenommen wird. Die Gebärdensprache ist als eigenständige Sprache in der Verfassung anerkannt. Allein schon deshalb macht es keinen Sinn weiterhin darauf zu beharren, dass Deutsch die Muttersprache gehörloser Menschen ist denn, wozu müsste ÖGS dann als eigenständige Sprache anerkannt werden, wenn es sich ohnehin um „gebärdetes Deutsch“ handelt. Obwohl die Anerkennung sich heuer zum 10. Mal jährt, hat sich in den Ausführungsgesetzen  noch nicht viel geändert. Insbesondere in Unterricht und Ausbildung sind die Standards noch weitgehend unverändert. Der Unterricht findet lautsprachlich statt und es gibt zu wenig tatsächlich gebärdensprachkompetentes Lehrpersonal um den gehörlosen SchülerInnen den Stoff in verständlicher Weise zu vermitteln. Gleiches gilt für GebärdensprachdolmetscherInnen. In Kärnten gibt es zwei GebärdensprachdolmetscherInnen, welche den Unterricht für 16 SchülerInnen abdecken sollen und zwei weitere DolmetscherInnen auf Abruf.

Die „Kleine Zeitung“ berichtete heute auch ausführlich über den Fall der Familie Köck. Der ÖGLB hofft, dass durch anhaltende Berichterstattung und ein vermehrtes Aufzeigen der Missstände im Österreichischen Bildungssystem bald Änderungen bewirkt werden können, die es zukünftig auch gehörlosen Kindern ermöglichen, in einem inklusiven Schulsystem ohne Benachteiligung am Unterricht teilzunehmen.