ÖGS und DGS – zwei Länder, die gleichen Schwierigkeiten

Die 8. Ausgabe der Deutschen Gehörlosen-Zeitung behandelt in einem Beitrag die Wichtigkeit der Anerkennung von Gebärdensprache als Amtssprache. Schon drei Jahre bevor ÖGS in die Verfassung einging, wurde DGS in Deutschland als eigenständige Sprache anerkannt. Bisher wurden jedoch, wie in Österreich, zur weiteren Umsetzung wenige Schritte gesetzt. Dolmetschkosten müssen zumeist vom Betroffenen vorgestreckt werden, wobei die Kostenerstattung keineswegs gesichert ist. Oftmals muss das Recht auf Dolmetschung eingeklagt werden. In Deutschland, wie auch in Österreich, treffen gehörlose Menschen noch oft auf Hürden, wo das Bewusstsein für andere Behinderungen schon lange geschaffen wurde. Ein wichtiger Aspekt ist unter anderem, dass durch fehlende Untertitelung von TV-Programmen gehörlosen Menschen die Möglichkeit entzogen wird, mit Kollegen sich am nächsten Tag über aktuelles Geschehen auszutauschen. Dies ist eine wesentliche Einschränkung des Rechts auf Information, welches in verschiedensten internationalen Menschenrechtsverträgen verankert ist. Dieses Recht kann nur voll in Anspruch genommen werden, wenn Informationszugang in eine selbst-gewählten Sprache verfügbar ist.