Übergabe der Bürgerinitiative „Chancengleichheit gehörloser Menschen im österreichischen Bildungssystem“

Am 01. Februar 2017 wurde die Bürgerinitiative von Patricia Resl für die Aktionsgemeinschaft für Gehörlose und GebärdensprachlerInnen im Namen der Gehörlosengemeinschaft an den 2. Nationalratspräsidenten Kopf übergeben. Auch VertreterInnen des ÖGLB waren bei der Übergabe vor Ort. Der ÖGLB schätzt dieses Engagement sehr und unterstützt daher die Initiative im Kampf für mehr Rechte für gehörlose und schwerhörige Menschen.

 

Die Initiative der Aktionsgemeinschaft lautet auf das Motto „Gebärdensprache ist ein Menschenrecht!“ – vor allem das Thema Bildung steht im Mittelpunkt. Helene Jarmer, Präsidentin des ÖGLB:
„Eine solch große Unterstützung zeigt, dass das Thema Bildung für gehörlose Menschen – wie schon seit Jahren vom ÖGLB gefordert – dringend angegangen werden muss. Worauf wird noch gewartet?“

 

Hauptforderung ist die Gleichstellung gehörloser Menschen im Bildungswesen, sowohl im bilingualen Unterricht, als auch bei der Ausbildung gebärdensprachkompetenter LehrerInnen. Der ÖGLB bleibt weiterhin bei der Forderung: „gehörlose ‚Native Signer‘ im Unterricht – also ÖGS-Muttersprachler als Lehrende – sind mehr zu fördern!“. Von ihnen können gehörlose und schwerhörige Kinder und Jugendliche besonders profitieren.

Bereits im Kleinkindalter spielt die gesprochene Sprache eine große Rolle. Eltern, Erzieherinnen und Erzieher oder Lehrerinnen und Lehrer schließen daraus bereits auf die Begabung des Kindes und fördern es dadurch zielgerichtet. Auf gehörlose und schwerhörige Kinder lässt sich dieses Merkmal aufgrund der beeinträchtigten auditiven Wahrnehmung nicht übertragen, wodurch diesen Kindern erst viel zu spät Unterstützung und Förderung zukommt, obgleich eine Begabung in gleichem Masse vorhanden ist.