1.5. Frauen mit Behinderungen

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1.5.1. Ausgangslage

Nach Artikel 6 UN-Behindertenrechtskonvention muss Österreich Maßnahmen ergreifen, die gewährleisten, dass Frauen mit Behinderungen alle Menschenrechte und Grundfreiheiten voll und gleichberechtigt genießen können. Rund 20,8 % der weiblichen und 20,2 % der männlichen Bevölkerung haben eine lang andauernde Beeinträchtigung. In den Altersgruppen der unter 60-Jährigen sind die Männer etwas stärker betroffen als Frauen, in der Altersgruppe der ab 60-Jährigen weisen Frauen etwas häufiger dauerhafte Beeinträchtigungen auf.

Frauen mit Behinderungen werden neben behinderungsspezifischen Belastungen zusätzlich durch geschlechtsspezifische Benachteiligungen belastet (Mehrfachdiskriminierung).

Aus statistischen Daten lässt sich ableiten, dass Frauen mit Behinderungen nicht nur gegenüber nichtbehinderten Frauen deutlich schlechter gestellt sind, sondern auch gegenüber Männern mit Behinderungen. Frauen mit Behinderungen haben Nachteile in den Bereichen Bildung, Berufsausbildung, Beruf (häufig schlechtbezahlte typische Frauenberufe, im Fall von Arbeitslosigkeit geringere Sozialleistungsansprüche) und Alter (niedrige Pensionen). Frauen mit Behinderungen geraten öfter in Armut als Männer mit Behinderungen.

Frauen und Mädchen mit Behinderungen sind besonders gefährdet, Opfer von Gewalt und sexueller Gewalt zu werden. Allein durch eine oftmals mit einer Behinderung einhergehende Kommunikationsbeeinträchtigung – etwa durch Lernbehinderung oder auch Gehörlosigkeit – sind sie eine besonders gefährdete Risikogruppe.

Im aktuellen österreichischen Frauengesundheitsbericht 2010/2011 sind die „Lebenslagen von Frauen mit Behinderung“, „Herausforderungen und Barrieren in der gesundheitlichen Versorgung von Frauen mit Behinderungen“ und „Politische Rahmenbedingungen und Maßnahmen der Veränderung“ umfassend dargestellt (abrufbar unter www.bmg.gv.at).