2.5. Schutz vor Gewalt und Missbrauch

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2.5.1. Ausgangslage

Neben anderen Personengruppen sind auch Menschen mit einer Behinderung besonders gefährdet, Opfer von Gewalt und Missbrauch zu werden, wobei vor allem Mädchen und Frauen mit Behinderungen hier zu einer besonders gefährdeten Gruppe gehören. Ein weiterer Risikofaktor stellen Kommunikationsbeeinträchtigungen dar, die es noch schwieriger machen, über Gewalterfahrungen zu sprechen.

Seit 2006 gibt es für Opfer Anspruch auf Prozessbegleitung in Strafverfahren und seit 2009 auch Anspruch auf psychosoziale Prozessbegleitung im Zivilprozess. Die Prozessbegleitung wird von verschiedenen Einrichtungen organisiert, die dadurch entstehenden Ausgaben werden vom BMJ durch die Gewährung von Förderungen ersetzt. Durch die juristische und psychosoziale Prozessbegleitung konnte bislang zahlreichen Personen – dabei überwiegend Frauen und Kindern – geholfen werden, die Belastungen im Zusammenhang mit den Gerichtsverfahren besser zu bewältigen.

Im Zuge der Ausbildung werden für die RichteramtsanwärterInnen in Zusammenarbeit mit staatlich anerkannten Opferschutzeinrichtungen verschiedene Veranstaltungen zum Themenbereich „Opferschutz“ angeboten, deren Teilnahme verpflichtend ist. Zudem beinhaltet das obligatorische Ausbildungsprogramm eine zweiwöchige Praxiszuteilung bei einer Opferschutz- oder Fürsorgeeinrichtung, die zur Sensibilisierung aller Berufs-anwärterInnen in dieser Materie beiträgt.

Weiters wurde eine Opferhilfedatenbank sowie ein Managementzentrum Opferhilfe eingerichtet.

Zum Schutz vor Gewalt und Missbrauch siehe auch Art. 16 Abs. 3 der UN-Behindertenrechtskonvention (Kapitel 1.11.).