3.1. Allgemeines

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3.1.1. Ausgangslage

Das Wort Barriere kommt aus dem Französischen („barrière“ von „barre“ = „Quer-stange“) und bezeichnet eine Schranke, ein Hindernis, also etwas, das jemanden einschränkt und behindert. Eine Barriere kann physisch vorhanden sein, z.B. Stufen in einem Gebäude, aber auch eine ablehnende Haltung gegenüber Menschen mit Behinderungen kann eine Barriere darstellen.

Barrierefreiheit ist eine essentielle Voraussetzung für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen und ihre gesellschaftliche Teilnahme. Dementsprechend finden sich Barrierefreiheit und die entsprechende Verpflichtung zu angemessenen Vorkehrungen auch in der UN-Behindertenrechtskonvention als wesentliche Voraussetzungen für Inklusion von Menschen mit Behinderungen (vor allem Artikel 9).

Wie vielschichtig und komplex Barrierefreiheit sein kann, ist aber in weiten Bereichen der Gesellschaft nicht bewusst. Informationen in Leichter Sprache, Blindenleitsysteme im Verkehrsbereich, das Ermöglichen von Kommunikation in Gebärdensprache, Höranlagen auf Induktions- und/ oder Funkbasis oder der Einsatz von Schriftdolmetschung bei Tagungen und Seminaren sind noch wenig bekannte Aspekte barrierefreier Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.

Ebenfalls wenig im öffentlichen Bewusstsein verankert ist der Umstand, dass Barrierefreiheit kein Minderheitenthema ist, sondern auch Vorteile für Menschen ohne Behinderungen beinhaltet. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund demografischer Entwicklungen von großer Bedeutung. Ausgehend vom Konzept des "Design for All" oder "Universellen Designs" sollen die physische Umwelt sowie Produkte und Dienstleistungen so gestaltet werden, dass sie von einer größtmöglichen Gruppe von Menschen mit unterschiedlichsten Voraussetzungen, Fähigkeiten, Präferenzen oder Bedürfnissen möglichst einfach, problemlos und effizient nutzbar sind.

Die EU ist sich der Wichtigkeit des Themas bewusst, die Schaffung von Barrierefreiheit ist auch ein zentrales Ziel in der EU-Behindertenstrategie 2010-2020, KOM(2010) 636. Für Ende 2012 ist zudem der erste Entwurf des „European Accessibility Act“, eines europäischen Rechtsaktes zum Thema Barrierefreiheit geplant. Ziel dieses Rechtsaktes ist es, die Barrierefreiheit von Gütern und Dienstleistungen im Binnenmarkt zu verbessern.

Zum Thema Barrierefreiheit siehe insbesondere auch die Kapitel 4, 5 und 7.