3.5. Sport

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3.5.1. Ausgangslage

Für Menschen mit Behinderungen ist Sport und Bewegung – genauso wie für nichtbehinderte Menschen – von großer Bedeutung. Sport ist ein wesentlicher Faktor im Rahmen der Rehabilitation. Bewegung und körperliche Aktivität liefern einen essentiellen Beitrag zur Aufrechterhaltung von Gesundheit und Wohlbefinden und verringern das Risiko für bestimmte Krankheiten.

Eine Analyse des Bundesministeriums für soziale Sicherheit und Generationen aus dem Jahre 1999 zeigt einen finanziellen Vergleich: Rund 301 Mio. Euro an Kosten durch Sportunfälle stehen 567 Mio. Euro "Nutzen" durch vermiedene Krankheitsfolgen gegenüber.

Der Behindertensport hat im österreichischen Sportwesen eine positive Sonderstellung, ist aber de facto nicht in das allgemeine Sportwesen inkludiert. Leistungs- und Spitzensport für Menschen mit Behinderungen können im organisierten Sport durch zahlreiche Fördermaßnahmen durchwegs zufriedenstellend abgedeckt werden. Dies gilt jedoch nicht für den Breitensport oder für Anfänger bzw. Talente, die durch ihre Leistungen in den Spitzensport gelangen wollen.

Im Leistungs- und Spitzensport gibt es derzeit sechs definierte Behindertengruppen: Sportlerinnen und Sportler mit spezifischen körperlichen Beeinträchtigungen (Fehlen von Gliedmaßen, zerebrale Parese, Rollstuhlfahrer), weiters blinde und sehbehinderte sowie gehörlose Sportlerinnen und Sportler und schließlich die Gruppe der Athleten mit mentaler Behinderung. Es fehlen aber spezifische Angebote für andere Behinderungsgruppen.

Bei der Durchführung von Sportveranstaltungen gibt es kaum Übersetzungen in die Gebärdensprache, die die Teilnahme der betroffenen Personengruppe erleichtern. Dies trifft gleichermaßen auf Sportler als auch auf Zuschauer zu. Auch Audiokommentierungen für blinde und schwer sehbehinderte Personen sind kaum vorhanden.

Es gibt zwar gesetzliche Bestimmungen, dass bei der Errichtung oder bei großen Sanierungen die Barrierefreiheit von Sportstätten zu gewährleisten ist, in vielen Fällen sind Sportstätten aber noch nicht barrierefrei zugänglich.

Sportförderung ist derzeit nur eingeschränkt Aufgabengebiet der gesetzlichen Sozialversicherung. Die AUVA engagiert sich im Bereich des Behindertensports bereits tatkräftig und in nennenswertem Umfang auch finanziell (z.B. Unterstützung der Paralympics).