3.6. Medien

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3.6.1. Ausgangslage

Medien sind ein nicht mehr wegzudenkender allgegenwärtiger Bestandteil unseres täglichen Lebens und durchdringen alle Bereiche unserer Gesellschaft. Das Thema Behinderung ist in den Medien noch zu wenig präsent und vor allem oft verknüpft mit dem Bild armer, spendenbedürftiger Personen. Menschen mit Behinderungen werden häufig als Bittsteller oder Opfer dargestellt.

Viele Menschen haben aber keinen Kontakt zu Menschen mit Behinderungen. Informationen zum Thema Behinderung erhalten sie nur über die Medien. Eine einseitige und beschränkte Darstellung hat daher eine dementsprechende verzerrte Wahrnehmung zur Folge und prägt stark das öffentliche Bild von Menschen mit Behinderungen in einer Weise, die nicht der Realität entspricht. Damit werden aber Barrieren in den Köpfen“ nichtbehinderter Menschen verfestigt.

Die Berichterstattung in den Medien hat nicht zuletzt auch Einfluss auf politische Entscheidungen. Was in meinungsbildenden Medien ausführlich behandelt wird, findet leichter seinen Niederschlag im politischen Handeln als Themenbereiche, die verschwiegen oder nur zu besonderen Jubiläen behandelt werden.

Medien sind darüber hinaus aber für Menschen mit Behinderungen genauso wie für nicht behinderte Menschen eine wesentliche Informationsquelle und dienen der Unterhaltung und Bildung.

Im Rahmen des Programmauftrags hat der Österreichische Rundfunk (ORF) als eines der wichtigsten österreichischen Medien durch die Gesamtheit seiner Programme dafür zu sorgen, dass die Anliegen von Menschen mit Behinderungen angemessen berücksichtigt werden. In diesem Zusammenhang wurden immer wieder gemeinsam mit dem BMASK Informations- und Bewusstseinskampagnen durchgeführt - so zuletzt im Herbst 2011 die Medienkampagne „Meine Chance – Ihr Nutzen“.

Weiters müssen alle Sendungen des ORF im Hinblick auf ihre Aufmachung und ihren Inhalt die Menschenwürde und die Grundrechte anderer achten und dürfen dabei speziell nicht zu Hass auf Grund von Rasse, Geschlecht, Alter, Behinderung, Religion und Nationalität aufreizen. Die gleichen Grundsätze gelten auch für die Werbung im ORF und darüber hinaus auch für alle anderen audiovisuellen Mediendienste, die Sendungen über elektronische Kommunikationsnetze zur Verfügung stellen. Der ORF und andere audiovisuelle Mediendienste sind darüber hinaus gesetzlich verpflichtet, jährlich den Anteil der für hörbehinderte und sehbehinderte Menschen zugänglichen Sendungen, insbesondere durch Gebärdensprache, Untertitelung, Audiodeskription und leicht verständliche Menüführung zu erhöhen. Hier ist in den letzten Jahren auch bereits viel geschehen. Trotzdem gibt es noch immer zu wenig barrierefrei zugängliche Angebote sowohl im ORF als auch in anderen Medien. So sind bspw. TV-Informations-sendungen oder Verkehrsdurchsagen im Radio für schwerhörige Menschen nur dann barrierefrei, wenn dabei auf Hintergrundmusik verzichtet wird.

Für den Behindertensport gibt es noch zu wenig Medienpräsenz.