4.2. Schulen

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4.2.1. Ausgangslage

Mit dem Schulreformpaket 1993 wurde die schulische Integration als Aufgabe der Volksschule (Grundschule) gesetzlich verankert. 1996 folgte die gesetzliche Verankerung der Integration von behinderten Kindern in der Sekundarstufe I. Der Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SPF) kann auf Wunsch der Eltern entweder in einer der Behinderungsart entsprechenden Sonderschule oder in integrativer/inklusiver Form in der Regelschule (Volksschule, Hauptschule oder Unterstufe einer allgemeinbildenden höheren Schule) erfolgen. Zur Erfüllung ihrer Schulpflicht haben Schülerinnen und Schüler mit SPF derzeit die Möglichkeit, eine Sonderschule bis zu zwölf Jahre zu besuchen oder eine Polytechnische Schule bzw. eine einjährige Haushaltungsschule (ab dem Schuljahr 2012/13) zu absolvieren.

Infolge der hohen Akzeptanz, die der gemeinsame Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen in der Volksschule und in den Schulen der Sekundarstufe erreicht hat, werden bereits seit einigen Jahren mehr als fünfzig Prozent aller Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf integrativ unterrichtet. Um eine kontinuierliche Betreuung von Schülerinnen und Schülern mit Körper- oder Sinnesbehinderungen auch in den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen und den allgemein bildenden höheren Schulen (Oberstufe) zu gewährleisten, wurden besondere gesetzliche Regelungen geschaffen, die entsprechende Abweichungen vom Lehrplan sowie einen erweiterten Förderunterricht ermöglichen.

Schülerinnen und Schüler mit anderen Erstsprachen als Deutsch sind überproportional stark in den Sonderschulen vertreten. Hier gilt es, die Feststellung des SPF noch klarer von Sprachfördermaßnahmen zu unterscheiden, damit den Betroffenen die richtige Förderung zukommen kann.

Für den Unterricht von gehörlosen Kindern und Jugendlichen werden noch mehr gebärdensprachkompetente Pädagoginnen und Pädagogen benötigt. Daher werden Lehrgänge an Pädagogischen Hochschulen und auch an Universitäten angeboten.