5.3. Förderungen zur beruflichen Teilhabe

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5.3.1. Ausgangslage

Die Situation von Arbeitslosen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass sie im Vergleich zu Arbeitslosen ohne Behinderungen länger arbeitslos sind (2011: durchschnittliche Verweildauer 129 Tage gegenüber 88 Tage) und der Anteil der Bezieher und Bezieherinnen von Notstandshilfe wesentlich höher ist (2011: 72 % gegenüber 45 %). 2011 wurden vom AMS insgesamt rund 41.000 Personen durch Fördermaßnahmen unterstützt.

Das Bundessozialamt hat in den letzten Jahren ein Bündel von Maßnahmen zur Begleitung von Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt hinein und am Arbeitsplatz entwickelt. Im Jahr 2011 wurden im personenbezogenen Förderbereich insgesamt 38.055 Personen gefördert und dafür ein Betrag von 135,2 Mio. € aufgewendet. Für etwa 20.000 Personen konnte dadurch ein Arbeitsplatz erlangt oder gesichert werden. Insbesondere die Maßnahmen der so genannten Begleitenden Hilfen sowie die Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz haben sich als nachhaltig arbeitsplatzsichernd bewährt. Zusätzlich gelangten sonstige Zuschüsse (z.B. Mobilitätszuschuss) und Förderungen für Umfeldmaßnahmen (z.B. Unternehmensservice) zur Auszahlung, sodass die BSB-Fördermittel für die Beschäftigungsoffensive für Menschen mit Behinderungen 2011 insgesamt 149 Mio. € umfassten.

Insgesamt ist die österreichische Situation immer noch stark von der verfassungsmäßigen Abgrenzung zwischen den Bundes und den Länderkompetenzen, Arbeits und Sozialversicherungsrecht einerseits, „Behindertenhilfe“ andererseits bestimmt. Dies erschwert mitunter Übergänge und Kooperationen.

In Vorarlberg existieren erste Versuche für inklusive Arbeit („Modell Spagat“). Die Übertragbarkeit solcher Ansätze auf andere Bundesländer ist aber noch nicht erprobt.