7.2. Prävention

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7.2.1. Ausgangslage

Die Sozialversicherungsträger gewährleisten neben medizinischer HighTech auch Leistungen zur Gesundheitsförderung und Prävention. Innerhalb der Sozialversicherung wird dem Schutz vor Krankheiten, Unfällen und der Förderung der Gesundheit und der Vermeidung von vorzeitiger Arbeitsunfähigkeit eine große Bedeutung beigemessen.

Durch gezielte Prävention können chronische Erkrankungen und andere Behinderungen verhindert werden bzw. dazu beitragen, dass sich diese nicht verschlimmern.

Ältere behinderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gehen dem Arbeitsmarkt derzeit aufgrund krankheits und behinderungsbedingter Frühpensionierungen (Invaliditäts und Berufsunfähigkeitspensionen) in einem hohen Ausmaß verloren. Die Zahl der Frühpensionen ist in Österreich – im internationalen Vergleich – sehr hoch. Wenn das durchschnittliche Pensionsantrittsalter im Bereich der Invaliditäts, Berufsunfähigkeits bzw. Erwerbsunfähigkeitspension um ein Jahr steigen würde, könnten für die Volkswirtschaft Kosten in der Höhe von ca. 300 Mio. € jährlich gespart werden. Auffällig ist, dass in den letzten Jahren die Zahl der Anträge auf vorzeitige Pensionierungen wegen psychischer Behinderungen bzw. Krankheiten enorm gestiegen ist.

Im Regierungsprogramm 2008 sind unter dem Schwerpunkt „Ältere ArbeitnehmerInnen“ Maßnahmen zur Erhöhung der Beschäftigungschancen, der Beschäftigungsfähigkeit und quote sowie zur (betrieblichen) Gesundheitsförderung als präventive Maßnahme zur Erhaltung und Förderung der Arbeitsfähigkeit vorgesehen. Ende 2009 wurde das Projekt „Arbeit und Gesundheit“ gestartet, in dessen Rahmen neben einer Begutachtungsstelle für Arbeitsfähigkeit (Gesundheitsstraße) ein Beratungsangebot für berufliche Sekundärprävention (Programm Fit 2 Work) eingerichtet wurde (neu geschaffenes ArbeitundGesundheitGesetz – AGG). AMS, Gebietskrankenkassen (GKK), Pensionsversicherung (PV), Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) und Bundessozialamt (BSB) finanzieren Fit 2 Work. Die Umsetzung erfolgt auf regionaler Ebene. Die Koordination liegt beim Bundessozialamt.

Die Arbeitsinspektion trägt durch ihre Beratungs und Kontrolltätigkeit ebenfalls wesentlich zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit und zur Umsetzung von Präventionsmaßnahmen und Maßnahmen zur Ermittlung und Beurteilung von Gefahren und Belastungen zum Schutz der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz als Teil des ArbeitnehmerInnenschutzrechts bei.