7.4. Hilfsmittel

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7.4.1. Ausgangslage

Hilfsmittel bzw. technische Hilfen sind bestimmte Produkte, Geräte, Ausrüstungen oder technische Systeme, die für die Rehabilitation körperlich, psychisch, kognitiv oder sinnesbeeinträchtigter Menschen eingesetzt werden, um krankheitsbedingte Folgen zu behandeln oder Behinderungen zu kompensieren. Sie sind in vielen Fällen Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilhabe und können die Behinderung zwar nicht beseitigen, aber das alltägliche Leben erleichtern und Behinderungen ausgleichen oder deren funktionelle Einschränkung mildern. Die technische Reife der Hilfsmittel wird immer besser und ihre Anzahl steigt laufend.

In Österreich sind rund 63.000 Menschen mit Beeinträchtigungen der Lautsprache in ihrer Kommunikation von ihren 190.000 Angehörigen abhängig. Die Unterstützung durch Hilfsmittel würde auch dieser Personengruppe in vielen Fällen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen.

Von den Sozialversicherungsträgern werden jene Hilfsmittel zur Gänze oder teilweise gezahlt, die im Hilfsmittelkatalog des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger vermerkt sind und ärztlich verschrieben werden. Die Sozialversicherung ist dabei allerdings an die gesetzlichen Rahmenbedingungen gebunden. Von der Sozialversicherung nicht finanzierungsfähige Hilfsmittel können im Weg der Behindertenhilfe der Länder finanziert werden. Eine Kostenteilung zwischen Sozialversicherungsträgern und Ländern ist langjährige Praxis.

Der Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung ist geprägt durch den Grundsatz, dass die Krankenbehandlung ausreichend und zweckmäßig zu sein hat, das Maß des Notwendigen jedoch nicht überschreiten darf. Einige Versicherungsträger versorgen z.B. Inkontinenzpatienten sowie Patientinnen, die enterale Ernährung benötigen, zum Teil bereits jetzt mittels Direktbelieferung durch Auftragsfirmen. Desgleichen erfolgen die Sauerstoffversorgung und die Versorgung mit Rollstühlen.

Die Hilfsmittelinfo, vormals HandynetÖsterreich, ist ein Informationsangebot des BMASK in Form einer Datenbank im Internet, die unabhängig von Interesseneinflüssen Konsumenten informiert (www.hilfsmittelinfo.gv.at). Resultierend aus dem EU-Projekt „Handynet“ werden seit 1999 technische Hilfsmittel für behinderte, ältere und pflegebedürftige Menschen in der Datenbank dokumentiert. Sie ist seit 2002 im Internet für alle frei nutzbar. Sie umfasst 8.000 bebilderte Datensätze, die Detailinformationen über Anwendung und Einsatzbereiche, Bezugsquellen und Richtpreise am österreichischen Markt angeben.