Helene Jarmer im Interview zu 20 Jahren ÖGS in der Verfassung

Aus Anlass des „internationalen Tags der Menschen mit Behinderung“ spricht Helene Jarmer, Präsidentin des Österreichischen Gehörlosenbundes sowie ehemalige Abgeordnete der Grünen im Nationalrat, mit Stefan Seidel von der Parlamentsdirektion über 20 Jahre Österreichische Gebärdensprache in der Verfassung.

Helene Jarmer zu Gast bei der ORF Sendung „Hohes Haus“

Der ORF war zu Gast bei uns und hat mit Helene Jarmer ein Interview geführt. Die ganze Sendung könnt ihr hier nachsehen: https://on.orf.at/video/14292275/hohes-haus

Barrierefreies Parlament
Barrierefreiheit wird im Parlament groß geschrieben, mit der Neueröffnung nach dem Umbau vor über zwei Jahren ist das Haus nun allen zugänglich. Bestimmte Baumaßnahmen schaffen räumliche Barrieren aus dem Weg, und gezielte Maßnahmen sorgen für das Überwinden von kommunikativen Barrieren. Das wird auch anhand von Führungen durch das Hohe Haus deutlich, alle Besuchenden können sich über Demokratie und politische Entscheidungsprozesse informieren. Führungen gibt es auch in der Österreichischen Gebärdensprache. Seit 20 Jahren gilt diese als anerkannte Sprache, seit 2009 sind Gebärdendolmetscher auch im Nationalrat nicht mehr wegzudenken. Caroline Picker hat sich das angesehen.

Stellungnahme des ÖGLB zu Avatar am Donauinselfest und ÖGS-Vokabeln von hörenden Personen

Hier seht ihr den Text in Gebärdensprache: Stellungnahme des ÖGLB zu Avatar am Donauinselfest und ÖGS-Vokabeln von hörenden Personen

Der ÖGLB hat zur fehlenden Inklusion gehörloser Personen auf dem Donauinselfest auch eine Pressemitteilung herausgegeben. Du findest sie hier: Donauinselfest 2025: Inklusion braucht mehr als Symbolik – ÖGLB fordert echte Teilhabe

 

Liebe Community,

es wird gerade viel diskutiert und zu Recht kritisiert. Es geht um die fehlende Inklusion beim Donauinselfest und um das zeigen von falschen ÖGS-Vokabeln von hörenden Personen. Was ist deine Meinung dazu?

Wir haben am Freitag den Avatar-Auftritt beim „Inklusionskonzert“ angeschaut und die leider nicht gut sichtbare Gebärdensprach-Performance von Pam Eden. Den Avatar-Auftritt haben wir schon vorab kritisiert. Vor allem, dass keine Mimik, keine Emotionen und kein kultureller Kontext mitgeliefert wird, haben wir dort gesehen. Besonders im direkten Vergleich mit der Performance von Pam Eden auf der Bühne. Hier müssen wir kritisieren, dass die tolle Performance nicht auf einem Bildschirm gezeigt wurde und es auch keinen Deaf Space, nahe ihrer Perormance gegeben hat. Auch die Dolmetschung der Moderation hat komplett gefehlt. Wir stellen uns als Ansprechpartner für das Donauinselfest sehr gerne zur Verfügung und wollen Verbesserungsvorschläge für nächstes Jahr einbringen.

Zweites großes Thema in der Community sind die (falsch) gebärdeten ÖGS-Vokabeln von einer hörenden Person für den Diversity-Ball. Hier gab es so viel wir wissen, auch noch keine Richtigstellung oder Entschuldigung von deren Seite. Sie haben die Vokabelvideos mittlerweile entfernt. Für uns gilt ganz klar: ÖGS-Vokabeln von Native Signern zeigen lassen, dann können diese Fehler erst gar nicht passieren. Und dass ausgerechnet beim Diversity-Ball eine hörende Person ÖGS-Vokabeln zeigt und diesen Platz nicht einer gehörlosen Person anbietet, verwundert uns sehr. Wir stehen an der Seite der Community und finden es ein starkes Zeichen, dass so viele gehörlose Menschen den Beitrag kommentiert und kritisiert haben. Nur so kann ein Umdenken stattfinden. Wir empfehlen den Beteiligten das Video von Xenia Dürr anzusehen, sie erklärt ganz genau, warum dieser Auftritt ein Problem ist. Danke Xenia für deine ehrliche Meinung.

 

Maßnahmenkatalog für einen inklusiven Kunst- und Kulturbereich

 

Kunst und Kultur für alle – das ist unser Ziel! Der neue Maßnahmenkatalog des ÖGLB zeigt: Barrierefreiheit und Inklusion sind Menschenrechte, keine freiwilligen Extras. Wir fordern: mehr Gebärdensprache, mehr Untertitel, mehr Sichtbarkeit für gehörlose Künstler:innen – und echte Mitbestimmung. Lest hier, wie Kunst und Kultur für hochgradig schwerhörige, gehörlose und taubblinde Menschen in Österreich endlich zugänglich werden – und wie die gesamte Gesellschaft davon profitiert!

Hier kommt ihr zu unserem Maßnahmenkatalog: ÖGLB_Maßnahmenkatalog_Inklusiver_KunstKulturbereich

JEDER FALL ZÄHLT: Der Fall Hellena

 

Jeden Monat präsentieren wir einen Fall von Diskriminierung gehörloser und schwerhöriger Menschen. Jetzt erzählen uns Menschen ihre Erfahrungen aus dem Pflege- und Gesundheitsbereich. Sie berichten von Hürden auf dem Weg zum Arzt oder ins Krankenhaus, diskriminierenden Regeln, die eine barrierefreie Gesundenuntersuchung erschweren oder behindern, und vom oft beschwerlichen Weg, um notwendige Dolmetsch- und Übersetzungsdienste in Anspruch nehmen zu können.

Hier lest ihr Hellenas Geschichte.

Alle anderen Fälle könnt ihr im Archiv nachlesen.

Auf der Seite oeglb.at/diskriminierung findet man neben dem FALL DES MONATS auch wichtige Informationen übersichtlich in Kapitel gegliedert: Wir erklären, was unter Diskriminierung zu verstehen ist, geben einen groben Überblick über die internationale und die österreichische Rechtslage und im Kapitel RICHTIG REAGIEREN geben wir Tipps und Kontaktadressen. Der ÖGLB nutzt die Seite „Jeder Fall zählt!“ auch für seine politische Arbeit, wenn er mit Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und Institutionen für die Durchsetzung von Chancengleichheit für die Gehörlose Community kämpft.

Wir bedanken uns bei den Menschen, die Diskriminierung erfahren haben und darüber reden. Ohne ihre aktive Beteiligung wäre unsere Arbeit nicht möglich, aber gemeinsam können wir dem Ziel eines Selbstbestimmten Lebens ein Stück näherkommen.

Bildungsminister Wiederkehr empfängt Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonal des Bundesinstituts für Gehörlosenbildung

 

Wien (OTS) – An seinem dritten Arbeitstag als neuer Bildungsminister empfing Christoph Wiederkehr am heutigen Mittwoch im Bildungsministerium in der Wasagasse Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonal des Bundesinstituts für Gehörlosenbildung. Neben einem Austausch mit Lehrkräften und dem Direktorium der Bildungseinrichtung stand das Kennenlernen mit den Schülerinnen und Schülern im Vordergrund. Thema war auch die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS), die zukünftig eine größere Rolle spielen wird. ÖGS ist eine eigenständige Sprache und kann als solche wie jede andere Sprache erlernt werden. Notwendig dafür ist ein eigener Sprachenlehrplan.

Folgende Lehrpläne für ÖGS wurden verfasst und verordnet:

  • Gehörlose Schülerinnen und Schüler bekommen künftig im Rahmen eines Förderschwerpunkts Hören/Kommunikation verbindlich ÖGS-Unterricht. Die Schülerinnen und Schüler werden nach dem Lehrplan der Volksschule, Mittelschule oder der AHS-Unterstufe unterrichtet. Der Förderschwerpunkt Hören/Kommunikation ist als Ergänzung zu verstehen
  • Hörende Schülerinnen und Schüler können ab 01.09.2026 ÖGS als Zweite Lebende Fremdsprache (so wie andere Sprachen wie Englisch, Französisch, Italienisch usw.) an der AHS-Oberstufe erlernen, wenn sie dies möchten. Damit ist die Gleichrangigkeit zu anderen Sprachen gegeben.

Neben inhaltlichen Abtimmungen kam aber auch der Spaß bei diesem Termin nicht zu kurz. Im Wellensteinsaal des Bildungsministeriums wurden diverse Mitmachstationen für die Kinder und Jugendlichen eingerichtet, die begeistert angenommen wurden.

Entsprechend freudig zeigte sich Bildungsminister Wiederkehr: “Das Bildungsministerium soll ein offenes Haus für alle Kinder und Jugendlichen sein. Mir ist es wichtig, als Minister nah bei jenen zu sein, für die ich tagtäglich arbeite-und das sind die Kinder und Jugendlichen. Ich möchte, dass alle Schülerinnen und Schüler die gleichen Chancen auf ein selbstbestimmtes, glückliches Leben haben – egal woher sie kommen und welche Voraussetzungen sie mitbringen. Ich habe heute in viele freudige Kinderaugen gesehen. Das ist es was mich anspornt, das österreichische Bildungssystem weiter zu verbessern!“

Rückfragen & Kontakt

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung
Manfred Kling, Mediensprecher
Telefon: 01/531205034
E-Mail: Manfred.Kling@bmbwf.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS – WWW.OTS.AT | MUK

Kindercamp Sommer 2025

Der Gehörlosenverband Oberösterreich organisiert im Sommer wieder ein Kindercamp.
Video-Einladung zum Kindercamp 2025: https://youtu.be/7N4_1MKV1y0
 
Kindercamp 2025 Videotext:

Hallo Eltern und Kinder, was gibt es Neues? Der Gehörlosenverband Oberösterreich organisiert im Sommer wieder ein Kindercamp. Das wird sicher toll!

Das Camp wird von 06. bis 12. Juli 2025 stattfinden. 

Wie ihr wisst, waren wir voriges Jahr in Salzburg, aber diesmal kehren wir zurück nach Oberösterreich an einen Ort, von dem uns die Kinder schon oft gesagt haben, dass das Camp unbedingt wieder einmal dort stattfinden soll – in St. Oswald bei Freistadt. Dort gibt es ein sehr schönes Jugendhotel, gelegen in wunderbarer Landschaft. 
Teilnehmen können Kinder von 7 bis 14 Jahren, vorausgesetzt sie sind gehörlos, schwerhörig, haben ein CI oder sind CODA-Kinder. Gehörlose Kinder sind auch ohne Gebärdensprachkompetenz willkommen und können gerne dabei sein. 

Es wird ein reichhaltiges Programm geben. Wir werden schwimmen, wandern, einen Ausflug machen, spielen und Wettkämpfe veranstalten. Lasst euch überraschen, es wird sicher spannend! 

Anmelden können sich gehörlose, schwerhörige, CI-Kinder und gehörlose Kinder ohne Gebärdensprachkompetenz und wenn noch Plätze frei sind, gerne auch CODA-Kinder. 

Hier kommt ihr zum Flyer und hier zum Anmeldeformular.

JEDER FALL ZÄHLT: Der Fall Tamara B.

 

Jeden Monat präsentieren wir einen Fall von Diskriminierung gehörloser und schwerhöriger Menschen. Jetzt erzählen uns Menschen ihre Erfahrungen aus dem Pflege- und Gesundheitsbereich. Sie berichten von Hürden auf dem Weg zum Arzt oder ins Krankenhaus, diskriminierenden Regeln, die eine barrierefreie Gesundenuntersuchung erschweren oder behindern, und vom oft beschwerlichen Weg, um notwendige Dolmetsch- und Übersetzungsdienste in Anspruch nehmen zu können.

Hier lest ihr Tamaras Geschichte.

Alle anderen Fälle könnt ihr im Archiv nachlesen.

Auf der Seite oeglb.at/diskriminierung findet man neben dem FALL DES MONATS auch wichtige Informationen übersichtlich in Kapitel gegliedert: Wir erklären, was unter Diskriminierung zu verstehen ist, geben einen groben Überblick über die internationale und die österreichische Rechtslage und im Kapitel RICHTIG REAGIEREN geben wir Tipps und Kontaktadressen. Der ÖGLB nutzt die Seite „Jeder Fall zählt!“ auch für seine politische Arbeit, wenn er mit Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und Institutionen für die Durchsetzung von Chancengleichheit für die Gehörlose Community kämpft.

Wir bedanken uns bei den Menschen, die Diskriminierung erfahren haben und darüber reden. Ohne ihre aktive Beteiligung wäre unsere Arbeit nicht möglich, aber gemeinsam können wir dem Ziel eines Selbstbestimmten Lebens ein Stück näherkommen.