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Zugeständnis: Sprachentzug wird verurteilt

Der 2. Internationale Kongress für die Bildung gehörloser Menschen 1880 in Mailand (Italien) war ein entscheidender Moment inmitten eines bedeutenden kulturellen und wissenschaftlichen Wandels. Der Kongress ist vor allem durch zwei Resolutionen in Erinnerung geblieben, die den Vorrang der mündlichen Erziehung von tauben Kindern betonten. In einem bemerkenswerten Beschluss hieß es: „Die mündliche Methode sollte bei der Erziehung und Unterweisung von Taubstummen der Gebärdensprache vorgezogen werden“.

Diese Hinwendung zum Oralismus führte zu einem raschen Rückgang der Verwendung von Gebärdensprachen in der Bildung und zur sozialen Stigmatisierung der Verwendung nationaler Gebärdensprachen. Generationen von gehörlosen Kindern waren gezwungen, ohne Zugang zu natürlicher Sprache zu lernen. Dieser Sprachentzug hatte katastrophale Auswirkungen auf die Menschenrechte von Gehörlosen und ihre Eingliederung in ihre Gesellschaften.

In Anbetracht der bis heute der anhaltenden negativen Auswirkung des Mailänder Kongresses von 1880 hat der WFD drei Berichte dieses Kongresses sowie die Vancouver-Resolution von 2010 gesammelt, die auf dem 21. ICED-Kongress in Vancouver, Kanada, veröffentlicht wurde. Diese Entschließung ist durch ihre Grundsatzerklärung, bekannt als „The New Era Principles and Accord“ (Die Prinzipien und das Abkommen der neuen Ära) lehnt die „Resolutionen des Mailänder Kongresses von 1880″ ausdrücklich ab Resolutionen“ und „ruft alle Nationen der Welt auf, sich der Geschichte zu erinnern und sicherzustellen, dass Bildungsprogramme alle Sprachen, einschließlich nationaler Gebärdensprachen, akzeptieren und respektieren, neben anderen Grundsätzen“.

Diese vier Dokumente wurden mit Unterstützung der Nippon Foundation beim UNESCO-Programm „Memory of the World“ eingereicht, die sie in das internationale Register „Memory of the World“ aufnahm. Bisher gibt es nur weniger als 500 Einträge in das Memory of the World, und diese Eintragung ist die erste über die Geschichte der Gehörlosen Weltgemeinschaft. Diese Anerkennung ist ein mächtiges Instrument für das Eintreten für das Recht auf Gebärdensprache, insbesondere bei Förderung und Stärkung von Maßnahmen zum frühen Erwerb der nationalen Gebärdensprache für gehörlose Kinder und ihr Recht auf eine qualitativ hochwertige, mehrsprachige und integrative Bildung in Gebärdensprache.

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