Gebärdensprache

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Weltweit werden hunderte Gebärdensprachen verwendet. Visuell-gestische Sprachen können alles ausdrücken. Sie haben sich wie Lautsprachen entwickelt und sind daher auch national verschieden. Es gibt Dialekte und altersspezifische Unterschiede. So kommt es, dass Guten Morgen in der Steiermark anders gebärdet wird als in Oberösterreich und Jugendliche anders gebärden als ältere Menschen. Nur wenige Länder weltweit räumen den Gebärdensprachen aber bisher die gleichen Rechte ein wie gesprochenen Sprachen.

International verständigen wir uns in American Sign Language (ASL), British Sign Language (BSL) oder dem „Esperanto“ der Gebärdensprachen, International Sign Language. Deshalb ist die Bezeichnung „taubstumm“ schlicht falsch. Während das Wort „d/Deaf“ im anglosächsischen Sprachraum verwendet wird, ist in Österreich auch „taub“ negativ behaftet.

Um mit der hörenden Welt zu kommunizieren, bedienen wir uns DolmetscherInnen. Meistens ist das Gebärdensprach-Dolmetschung, manchmal auch Schriftdolmetschung. Das Fingeralphabet hilft, Namen von Orten oder Menschen zu buchstabieren.

Die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS)
Die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) ist die Muttersprache gehörloser Menschen in Österreich und eine nicht-ethnische autochthone Minderheitensprache. Sie ist mittlerweile in der Bundesverfassung verankert. Der ÖGLB setzt sich nun für Verwirklichung konkreter und einklagbarer Sprachenrechte ein, wie zum Beispiel das Recht auf Bildung in der Muttersprache und barrierefreies Lernen. Zweisprachige Erziehung in ÖGS und Deutsch von Anfang an wird den Bedürfnissen gehörloser und schwerhöriger Kinder am besten gerecht.

Das bedeutet: Die Österreichische Gebärdensprache muss gleichrangig mit Deutsch Unterrichtssprache werden. Noch ist das in Österreich die große Ausnahme und keinesfalls die Regel. Außerdem sollen gehörlose Kinder in einem eigenen Fach ÖGS die höchstmögliche Kompetenz in ihrer Muttersprache erwerben, wie Kinder mit deutscher Muttersprache auch.
Für funktionierende, barrierefreie Kommunikation und volle gesellschaftliche Teilhabe braucht es außerdem eine ausreichende Zahl qualifizierter ÖGS-DolmetscherInnen und den Rechtsanspruch auf volle Kostenübernahme in allen Lebenslagen durch den Staat.