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Neues Gehörlosenzentrum in Innsbruck

In der Ing.-Etzel-Straße 67 steht es nun also – das neue Vereinsgebäude des Gehörlosenverbands Tirol, an dem seit Oktober 2019 fleißig gearbeitet wurde. Das österreichweit erste Gebäude des Gehörlosenverbands wurde 1964 erbaut und musste aufgrund von Einsturzgefahr im Jahr 2019 abgerissen werden. Mit dem Neubau konnte selbstbestimmtes und inklusives Wohnen und Leben von Menschen mit Hörbeeinträchtigung baulich umgesetzt werden. Die Baukosten belaufen sich auf rund 5,2 Millionen Euro, von denen 1,3 Millionen Euro über ein Wohnbauförderungsdarlehen des Landes Tirol finanziert werden. Im neuen Gebäude konnten verstärkte Visualisierungen von Informationen von Architekt Sebastian Neuschmid und Bauleiter Hans Bodner perfekt umgesetzt werden.

Statements

Landesrätin Gabriele Fischer, Landesrätin Beate Palfrader, Bürgermeister Georg Willi, Verbandsleiterin vom Gehörlosenverband Tirol Monika Mück-Egg, Architekt Sebastian Neuschmid und Geschäftsführer der TIGEWOSI Franz Mariacher waren bei der Schlüsselvergabe mit dabei und freuten sich mit den neuen Bewohnern des Vereinsgebäudes des Gehörlosenverbands Tirol:

„Als Wohnbau-Landesrätin ist es immer ein besonders schönes Gefühl, Schlüssel übergeben zu dürfen, Menschen in ihr neues Heim einzuweisen und begleiten zu dürfen. Für einen solchen Bau braucht es die Unterstützung der Stadt Innsbruck, einen gemeinnützigen Wohnbauträger wie die TIGEWOSI, der ein Projekt plant und umsetzt, es braucht die Wohnbauförderung des Landes, und ich freue mich, dass auch das Land Tirol einen Beitrag zum neuen Vereinsgebäude leisten konnte“, so Landesrätin Beate Palfrader, die bereits beim Spatenstich als auch bei der Firstfeier dabei war.

„Wenn wir heute von Teilhabe sprechen, dann reden wir davon, Menschen einen Raum und Sichtbarkeit zu geben. Mit dem neuen Gebäude gibt es nun wieder einen Ort, an dem Menschen zusammenkommen und sich austauschen können und somit ist mit der TIGEWOSI erneut ein wunderbares Projekt gelungen“, freut sich Landesrätin Gabriele Fischer, die sich bei allen Beteiligten bedankt.

„Zu viert sind beim Spatenstich dagestanden und haben uns gedacht: Jetzt gehts endlich los. Nachdem ich mich mit den Nachbarn zusammengesetzt habe, ist es nach einigen Schwierigkeiten gelungen, Vorbehalte und Befürchtungen gegenüber dem Bau einzuräumen. Immer wieder bin ich dann während der Bauphase vorbei geradelt und habe mich über jeden weiteren Meter gefreut. Daher ist es jetzt umso schöner, dass das Projekt abgeschlossen ist und die Räumlichkeiten genutzt werden können“, so Bürgermeister Georg Willi, der allen zukünftigen Bewohnern alles Gute und viel Freude wünscht.

Barrierefreiheit, Gleichstellung, Teilhabe

Bereits im Eingangsbereich und in den Wartebereichen des Gebäudes erfolgt die Anzeige wichtiger Nachrichten auf großflächigen Displays. Digitale Türschilder mit Raumbelegungsanzeige an den Projektbüros geben weitere Orientierung und helfen hörbehinderten Menschen, sich zurecht zu finden.

In den Kursräumen ermöglicht innovative Medientechnik intuitives Verstehen und visualisierte Wissensvermittlung. Hörbeeinträchtigte Seminarteilnehmer können Unterrichtsthemen visuell wahrnehmen und so sie Inhalte adäquat verarbeiten.

Der Einsatz von optischen Kontrasten sowohl in den öffentlich zugänglichen Bereichen als auch in den Wohnungen kommt insbesondere den Bedürfnissen von Menschen mit Hör-Seh-Beeinträchtigung nach Orientierung und Sicherheit zugute.

Erhabene Schrift und taktile Symbole sind neben Handläufen wesentliche, durchgängige Elemente des Leitsystems für sehbeeinträchtigte Personen.

Zur Orientierung im Gebäude ermöglicht eine Tafel am Eingang zu den öffentlichen Bereichen das Ertasten des Gebäudegrundrisses. An allen Gebäudezugängen finden sich zusätzliche Informationen in Braille-Schrift.

Videosprechanlage

Das System überträgt Videobilder in beide Richtungen und ermöglicht hörbeeinträchtigten Bewohnern gleichberechtigte Kommunikation mit Besuchern in Gebärdensprache. Um einen eingehenden Türruf zu signalisieren, werden die vorhandenen Raumleuchten in den Wohnungen mit Blitzsignal angesteuert.

Optische Alarmierung im Brandfall

Rauchmelder lösen im Anlassfall in allen Räumen des Gebäudes eine Alarmierung mittels Sirenen und extrahellen Blitzleuchten aus. Zusätzlich erfolgt eine Alarmierung der Bewohner des Gehörlosenzentrums mittels einer Spezial-App auf dem Mobiltelefon.

Visuelle Notrufsystem 

Im Notfall – falls der Lift stecken bleibt – werden über einen Bildschirm standardisierte Frage-Antwort-Dialoge in Gebärdensprache kommuniziert. Die Lifte sind zudem mit Visual-Detection-Kamera gesichert, sodass auch bewusstlose Personen im Innenraum entdeckt werden und die Notrufzentrale verständigt wird.

WLAN-basiertes Kommunikationssystem

Hörbeeinträchtigte erhalten in den öffentlich zugänglichen Bereichen des Gebäudes Hörunterstützung mittels WLAN für alle individuellen Hörhilfen (Kopfhörer, Hörgeräte, Cochlear Implantate). Zusätzlich ermöglicht eine Mobile Connect-App den einfachen Zugriff auf Audio-Streams und die Anpassung an individuelle Hörbedürfnisse. Zur Hörunterstützung in den Liften werden Induktionsschleifen ergänzt.

 

Beitrag aus: meinbezirk.at ; im Bild: Monika Mück-Egg, Gehörlosen-Verbandsleiterin (Foto: Ricarda Stengg)

Gehörlosenverband Tirol (gehoerlos-tirol.at)

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